Jane Achtman Viola da gamba
Irene Klein Viola da gamba
Silvia Tecardi Diskant– und Baßgambe
„[…] Die Interpretation ist allererste Sahne. Denn nicht nur die – in der Zahl überwiegenden – ernsthaften oder melancholischen Stücke, sondern auch die leichteren kommen überzeugend über die Bühne. Der Klang der Gamben wurde auch aufnahmetechnisch perfekt eingefangen. Eine äußerst interessante Produktion, die ich nachdrücklich empfehlen möchte.“
Johan van Veen, in: Toccata Alte Musik aktuell, Nov./Dez. 2002
Was ist eine „lyra viol“? Der Begriff „lyra viol“ beschreibt sowohl einen akkordischen Stil des Gambenspiels, sowie einen bestimmten Bautypus der Gambe, der in England Anfang des 17. Jahrhunderts entwickelt wurde.
Um die Jahrhundertwende wurde der akkordische Stil des Gambenspiels sehr beliebt, wahrscheinlich aufgrund europäischer Einflüsse. Die Lyra Viol vereinte typische Ausdrucksformen der Laute mit charakteristischen Merkmalen des Gambenspiels. Zwischen 1601 und 1615 wurden zehn Notendrucke mit Musik für die lyra viol veröffentlich, sowohl für den Solisten als auch für den Kammermusiker gedacht. Mit dem vielseitigen Instrument konnte man heitere Melodien mit Akkorden unterlegen, komplexe polyphone Stücke spielen, Sänger begleiten oder auch in grossen gemischten Ensembles mitwirken. Die ungewöhnlichen Fähigkeiten des Instruments machten es möglich, den Klang eines ganzen Gambensembles mit drei oder sogar nur zwei Instrumenten zu imitieren.
Die Komponisten liessen sowohl von Straßen – als auch Kunstmusik inspirieren. Sie arrangierten bekannte Lieder wie „Whoope do me no harme“ und „Robin is to the greenwoode gone“ Viele der überlieferten Stücke haben einen verspielten Charakter, man hört Trompeten, Nachtigallen oder Dudelsäcke.
Von traurigen Pavanen, über hochvirtuose Galliarden bis zur wilden Gänsejagd („The Wild Goose Chase“) die CD „Musicke&Mirth“ präsentiert die vollte Farbigkeit des spannenden Repertoires für die Lyra Viol.
What is a lyra viol? The term describes both a chordal style of playing the viol and a specific type of viol developed in England at the beginning of the seventeenth century.
At the turn of the century a chordal style of playing the viol became fashionable, joining typical lute idioms with viol characteristics. Between 1601 and 1615 ten prints of music including or destined for the lyra viol were published, aimed both at the soloist and at the ensemble musician. This versatile instrument could accompany lighthearted melodies with chords, play complex contrapuntal polyphony, could accompany singers and participate in large mixed ensembles. With the unusual capabilities of the lyra viol, one could imitate the sound of a whole consort of viols on three or even only two instruments.
Street and art music were equal sources of inspiration. Composers often arranged well known folk tunes for the instrument, such as “Whoope do me no harme” and “Robin is to the greenwoode gone”. Many of these lighter pieces are characterized by a playful attitude, imitating trumpets, nightingales and bagpipes.
From sorrowful pavans over fingertwisting galliards to the “Wild Goose Chase”, the CD “Musicke&Mirth” shows all the possibilities of this fascinating instrument and its repertoire.